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Der Rotfuchs (Vulpes vulpes)

Ein Rotfuchs ist etwa 75 cm lang (Kopf-Rumpflänge), hinzu kommen bis zu 40 cm, die auf den buschigen, allseitig behaarten Schwanz (Lunte) entfallen. Bis zur Schulter steht er bis ca. 40 cm hoch, sein Körpergewicht beträgt etwa 7-10 kg. Das Fell (Balg) ist oberseits rot und unterseits weiß gefärbt; der Farbton kann dabei mit dem Verbreitungsgebiet variieren, oberseits zwischen rötlichgelb und tiefrotbraun, unterseits zwischen rein weiß und schiefergrau. Schwarz sind die unteren Teile der Beine (Läufe).

Daneben gibt es abweichende Farbvarianten, so zum Beispiel den Kreuzfuchs, der einen schwarzen Streifen auf dem Rücken trägt. Der Silberfuchs, eine andere Farbvariante, ist dunkelgrau bis schwarz gefärbt. Weiterhin gibt es den Brandfuchs mit dunkler Kehle und Bauchseite sowie Schulterpartie, den noch dunkleren Kohlfuchs und den besonders hellen Birkfuchs.
In der Jägersprache wird der weibliche Fuchs Fähe und der männliche Rüde genannt. Jungtiere nennt man Welpen, Junge eines Geburtsaktes werden als Geheck bezeichnet.

Verbreitung:

Das Verbreitungsgebiet ist sehr groß und umfasst ganz Europa, die gemäßigten und subtropischen Bereiche Asiens, Afrika nördlich der Sahara und Nordamerika. Im 19. Jahrhundert wurde der Fuchs außerdem in Australien eingeführt.

Lebensraum:

Der Nahrungsopportunist Rotfuchs stellt an seinen Lebensraum keine besonderen Anforderungen. Wälder, Grasland, Äcker und in jüngerer Zeit zunehmend auch Vorstädte stellen geeignete Lebensräume für den Rotfuchs dar.

Lebensweise:

Rotfüchse sind dämmerungs- und nachtaktive Allesfresser. In der Aufzuchtzeit der Welpen sind die Elterntiere (Fähe und Rüde) durchaus auch tagaktiv.

Ernährung:

Rotfüchse jagen in der Regel einzeln. Eine Ausnahme bildet die Jagd der Mutter mit ihren Jungen. Durch schnelles Zubeißen töten Füchse ihre Beute. Die Hauptnahrung besteht aus Nagetieren; daneben fressen sie alle Arten kleiner Tiere sowie pflanzliche Stoffe und Aas. Die Beutetiere sind neben Mäusen vor allem Gelege der Bodenbrüter, Enten, Hühnervögel, Hasen, Insekten, Fische, selten Rehkitze , nur in Notzeiten Reptilien und Amphibien. Je nach Jahreszeit ernährt sich der Fuchs auch von reifen Beeren oder Früchten.


Territorium:

Der Bau ist das Zentrum eines Territoriums, das 5-20 km2 umfassen kann und hauptsächlich auf Wechseln durchstreift wird. An bestimmten Plätzen markieren Füchse mit Kot und Urin ihr Revier gegenüber Artgenossen.
Mehrere Haupt- und Nebenbaue dienen als Ruheplätze und zur Aufzucht der Welpen. Oft gräbt der Fuchs nicht selbst einen Bau, sondern übernimmt Baue von Dachsen oder Kaninchen. Neben dem Hauptgang gräbt der Fuchs sich zusätzliche Fluchtgänge, die ein schnelles Entkommen sichern. Ein Bau wird oft für viele Generationen verwendet.
Die Fuchsdichte ist stark von der landschaftlichen Vielfalt, dem Nahrungsangebot und den für Baue geeigneten Standorten abhängig. Jungfüchse verlassen das Gebiet unterschiedlich spät und wandern unterschiedlich weit weg.

Fortpflanzung:

Einen großen Teil des Jahres lebt der Rotfuchs als Einzelgänger. Die Paarungszeit geht in Mitteleuropa von Januar bis Februar. Das Männchen (Rüde) bleibt und hilft bei der Aufzucht der Jungen mit. Die Paarungszeit nennt man Ranzzeit oder Rollzeit.

Die Tragzeit beträgt etwa fünfzig Tage; anschließend kommen im Schnitt drei bis fünf, selten ein bis dreizehn Junge zur Welt. Die 80–160 Gramm schweren Fuchswelpen sind anfangs blind und tragen ein wolliges, graubraunes Haarkleid. Nach zwölf bis vierzehn Tagen öffnen die Welpen erstmals die Augen. Sie werden vier bis sechs Wochen lang gesäugt und verlassen nach Ablauf eines Monats erstmals den Bau. Zu diesem Zeitpunkt haben sie das Fell bereits gewechselt und haben die fuchstypische rote Farbe. Fuchsrüden sind bei der Jungenaufzucht behilflich, indem sie Beute zum Weibchen an den Bau bringen. Kommt ein weiblicher Fuchs auf irgendeine Weise ums Leben, führt manchmal das Männchen die Versorgung der Welpen fort. Nach ca. vier Monaten sind die Welpen selbstständig. Die Geschlechtsreife erreichen sie mit zehn Monaten. Im Alter von etwa einem Jahr verlassen sie ihre Mutter. Die Lebenserwartung beträgt etwa 12 Jahre.

Der Fuchs als Krankheitsüberträger:

Der Fuchs wird als Aas- und Mäusefresser relativ häufig von Tollwut befallen. Im Jahr 2004 waren fünf von zwölf in Deutschland gemeldeten Tollwutfällen erkrankte Füchse. Die behördlich durchgeführte großflächige Ausbringung von Tollwut-Impfködern hält die Tollwut in Grenzen. Man schätzt, dass auf diese Art etwa 80% der Füchse immunisiert werden.

Des Weiteren ist der Rotfuchs einer der wichtigsten Wirte im Lebenszyklus des Fuchsbandwurms.