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Der Rothirsch

Der Rothirsch ist das größte Wildtier in den Wäldern von Rheinland-Pfalz. Er ist in seiner Verbreitung auf sogenannte Rotwildgebiete beschränkt. Diese Gebiete sind behördlich festgelegt, und es wird aus forstwirtschaftlichen Gründen darauf geachtet, dass sich außerhalb kein Rotwild ansiedelt.

Farbenfroh

In den ersten Lebensmonaten sind die Kälber rötlich-braun mit weißen Tupfen.Bei ausgewachsenem Rotwild variiert die Fellfarbe im Sommer von hellbraun bis dunkelrotbraun (hirschrot). Im Herbst wächst dann das dicke Winterfell, das den Tieren eine hellgraue bis graubraune Farbe verleiht. Im Winter sind die Haare hohl und isolieren so auch bei starker Kälte.

Kälber brauchen ihre Mutter

Nach einer Tragzeit von ca. 32 Wochen setzt das Alttier Ende Mai bis Anfang Juni ein Kalb (Zwillinge sind selten). Das Kalb wird bis zum Herbst, meist sogar bis in den Winter hinein, gesäugt. In dieser Zeit lernt es von seiner Mutter die wichtigen Dinge des Lebens: Wo die besten Kräuter wachsen, wo es bei Kälte besonders geschützt ist und welche Menschen gefährlicher sind als andere.

Familienleben

Rotwild ist ein Rudeltier. Bei den Weibchen sind sogar alle Tiere in einem Rudel miteinander verwandt. Die Grundeinheit eines Weibchenrudels ist ein Muttertier (Alttier) mit seinem Kalb und dem Kalb aus dem vorhergehenden Jahr (Schmaltier oder Schmalspießer).

Größe und Gewicht

Männliche Rothirsche erreichen eine Schulterhöhe von 120-150 cm, eine Länge von 190-240 cm und ein Gewicht zwischen 70 kg und 200 kg. Weibliches Rotwild ist deutlich kleiner. Sie erreichen eine Schulterhöhe zwischen 100-120 cm, eine Länge von 180-200 cm und ein Gewicht von 60 kg bis 100 kg.

Vegetarier und Wiederkäuer

Bei der Nahrung ist Rotwild nicht besonders wählerisch. Die Tiere fressen Gräser und Kräuter, Knospen, Zweige, Blätter, Eicheln, Bucheckern und manchmal auch Pilze. Der Tagesrhythmus der Tiere besteht aus einem Wechsel von Nahrungsaufnahme, Wiederkauen und Ruhe. Alle drei bis vier Stunden müssen Rothirsche etwas fressen, damit ihr Verdauungssystem gesund bleibt. Im frühen Sommer ist der Nahrungsbedarf besonders groß. Dann benötigen ausgewachsene Tiere jeden Tag 10-20 kg frische Gräser und Kräuter.

Die Brunft

Einmal im Jahr zur Fortpflanzungszeit, der Brunft ab Mitte September, suchen die Hirsche die Weibchenrudel auf. Ungestörte Orte, die gleichzeitig viel Nahrung bieten, werden dann zu bevorzugten Brunftplätzen. Auf solchen Brunftplätzen beansprucht ein einziger Hirsch ein ganzes Weibchenrudel. Nur er darf sich dann den Weibchen nähern und Rivalen werden durch lautstarkes Röhren verjagt. Fühlt sich ein anderer Hirsch gleich stark, kann es zum Kampf kommen, der so lange dauert, bis der Unterlegene flüchtet. Die Brunft ist für die älteren Hirsche sehr anstrengend, einige verlieren in nur zwei Wochen bis zu 30 kg an Körpergewicht.

Männer unter sich

Weibchen und Männchen leben beim Rotwild das Jahr über getrennt. Nur die jungen Hirsche halten sich bis zum zweiten oder dritten Lebensjahr bei ihren Müttern auf. Danach ziehen die Junggesellen oft weit in der Umgebung umher und lernen so ihren Lebensraum kennen. Ältere Hirsche sind oft sehr heimlich und leben alleine oder mit wenigen Kollegen zusammen.

Das Geweih

Jedes Jahr im März/April wird das Geweih abgeworfen. Danach beginnt es sofort wieder zu wachsen. Am Anfang wird das Geweih von einer durchbluteten Haut, dem Bast, umgeben. Der Bast versorgt das wachsende Geweih und wird im Juni/Juli beim Verfegen an Sträuchern und Bäumen abgestreift.

Wie alt ist der Hirsch?

Die Endenzahl des Hirschgeweihes hat nur bedingt etwas mit dem Alter des Tieres zu tun. Ein Hirsch mit 6 oder 8 Enden muss nicht auch 6 oder 8 Jahre alt sein. Bei alten Hirschen verringert sich die Endenzahl oft wieder. In freier Wildbahn werden Rothirsche selten älter als 15 Jahre.

Ist das Reh die Frau vom Hirsch?

Das Reh ist weder die Frau noch das Kind vom Hirsch, sondern eine eigene Tierart. Ausgewachsene Rehe haben eine Schulterhöhe von etwa 80 cm und wiegen ungefähr 20 kg,sind also viel kleiner als Rothirsche.

Weitere Wildarten im Rotwildring

Neben dem Rothirsch leben weitere interessante Wildarten in den Revieren im Rotwildring Osburg-Saar. Einige davon werden auf den folgenden Seiten mit Texten und Bildern vorgestellt.

zu den Fotos

 


 
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